Die Logistik-Märkte im Überblick
Aktuelle Entwicklungen in Eisenbahn, Container und Wechselaufbauten
Der Markt für Güterwagen und Schienenlogistik

Die Verkehrswirtschaft trägt maßgeblich zur Wirtschaftsleistung einer Volkswirtschaft bei. „In Deutschland erwirtschaften alle Verkehrsarten – Schiff, Straße, Bahn – insgesamt etwa 4,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. In diesem Markt betragen die Anteile des Schienensektors knapp 8 Prozent für den Personenverkehr bzw. 18 Prozent für den Güterverkehr“, heißt es in der „Branchenstudie Rail“ der HSH Nordbank, die im Mai 2017 auf den Markt kam. In und auf den Güterwagen werden unterschiedliche Rohstoffe und Produkte transportiert. Die größten Märkte in Europa sind, gemessen am Volumen der transportierten Güter, Deutschland, Polen, Österreich und Frankreich.

In den vergangenen beiden Jahren haben Investoren den Markt für Güterwagen entdeckt. Die Branche biete im Niedrigzinsumfeld vergleichsweise stabile und attraktive Finanzierungs- und Anlagemöglichkeiten.
Während früher in erster Linie die (Staats-) Bahnen in neue Güterwagen für den Schienenverkehr investierten, nehmen diesen Platz heute die privaten Eigentümer ein. Das geht aus der Marktstudie „Güterwagen: Weltweite Marktentwicklungen“ des Analysehauses SCI, die Ende 2017 veröffentlicht wurde, hervor. 2016 sei in Europa mehr als eine Milliarde Euro in neue Waggons investiert worden. Bis 2021 rechnen die Analysten mit einem Nachfragewachstum von 2,1 Prozent pro Jahr.

Das Durchschnittsalter der DB Cargo Flotte betrug in 2017 rund 29 Jahre, seitdem wurden nur sehr unwesentliche Investitionen in Neuwagen getätigt. Das Flottenalter der staatlichen Bahnen Frankreichs und Polens liegt sogar noch höher. Dieses relativ hohe Alter führt laut Analysten zu einem zwingenden Ersatzbedarf in den kommenden Jahren. Da sich die Bahnen vordergründig auf Investitionen in das Streckennetz konzentrieren und um Investitionen in den Personenverkehr kümmern, sind private Investoren für die Beschaffung neuer und moderner Güterwagen für die Schiene wichtig. Aves ist mit einem durchschnittlichen Flottenalter von 16 Jahren hierfür bestens aufgestellt. Gemäß politischen Vorgaben soll das Frachtvolumen auf der Schiene vergrößert werden, um die Straßen zu entlasten.

Der Containermarkt

2018 war wieder ein sehr gutes Jahr für Containereigentümer. Es wurden 1,65 Milliarden Tonnen und damit um 4,7 Prozent mehr Waren als 2017 in den Stahlboxen transportiert. Dementsprechend stark war das Verkehrsaufkommen in den Häfen. Weltweit wurden mehr als 814 Millionen TEU umgeschlagen. Im Vergleich zu 2017 dürfte der Containerverkehr um vier bis fünf Prozent gestiegen sein. Diese Entwicklung bestätigt das langfristige Wachstum und die Bedeutung des Containers für den Welthandel. Ohne ihn läuft nichts. Durch die hohe Nachfrage nach Transportkapazitäten waren die Containerflotten der Leasinggesellschaften im vergangenen Jahr voll ausgelastet. Stellvertretend für die ganze Branche verdeutlichen die Geschäftszahlen des weltweit größten Containervermieters die Stärke des Leasingmarktes. Triton managt rund 3,7

Millionen Container mit einer Kapazität von rund 6,1 Millionen TEU. Die Flotte war das gesamte Jahr über zu 98,6 Prozent vermietet. Die Leasingeinnahmen betrugen 1,35 Milliarden Dollar und stiegen von 2017 auf 2018 um 16,1 Prozent. Abzüglich aller Kosten und Aufwendungen erwirtschaftete Triton 363 Millionen Dollar Gewinn – ein Plus von 71,3 Prozent! In diesem Marktumfeld haben sich die Containerpreise auf einem relativ hohen Niveau gehalten. Ein neuer 20 Fuß Standardcontainer kostete 2018 im Durchschnitt 2.150 Dollar. Gegen Ende des Jahres fiel der Preis auf etwa 1.900 Dollar. Das lag laut Triton an den gesunkenen Stahlpreisen und am intensiven Wettbewerb der Containerhersteller, die in der traditionell schwächeren Marktphase rund um den Jahreswechsel um Aufträge gerungen haben. Erfreulich entwickelten sich aus

Eigentümersicht die Preise für gebrauchte Container und die Leasingraten. Der Wert der älteren Container stieg um zirka 18 Prozent, wobei die Preise auch hier im vierten Quartal ein wenig nachgaben. Die Mieten kletterten bis zum Sommer 2018 auf durchschnittlich 0,60 Dollar pro Tag für einen neuen 20 Fuß Standardconainer, ehe sie zum Jahreswechsel hin auf etwa 0,50 Dollar gesunken sind. Für das Jahr 2019 sind die Leasinggesellschaften insgesamt optimistisch. Die Marktbeobachter sind hingegen etwas vorsichtiger. Sie rechnen mit einem verschärften Wettbewerb, der die Preise kurzfristig unter Druck setzen könnte. Die bislang veröffentlichten Geschäftsergebnisse zum ersten Quartal 2019 sind positiv: Marktführer Triton meldete 92 Millionen Dollar Gewinn, CAI International gab einen Konzerngewinn in Höhe von knapp 19 Millionen Dollar bekannt.

Der Markt für Wechselaufbauten

Der rege Internethandel treibt den Logistikmarkt in neue Höhen und fordert auch auf dem Landweg die Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) heraus. Die deutsche Branche hat nach Angaben ihres Bundesverbandes BIEK im Jahr 2017 ihren Umsatz um fünf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro gesteigert. Analog zum Containerverkehr verzeichnet der KEP-Markt ein langfristiges Wachstum. Von 2000 bis 2017 haben sich die transportierten Sendungen beinahe verdoppelt. 2017 gab es 3,37 Milliarden Paket-, Kurier- und Expresssendungen. Pakete machen 84 Prozent aller Sendungen aus. Der Branchenverband BIEK geht davon aus, dass das

Sendungsvolumen bis 2022 um 5,2 Prozent pro Jahr zunimmt. Demzufolge könnten die KEP-Dienste im Jahr 2022 mehr als 4,3 Milliarden Sendungen transportieren. Um dieses Wachstum bewältigen und die Nachfrage befriedigen zu können, benötigen die Spediteure höhere Transportkapazitäten. Der Wechselkoffer (auch Wechselbehälter genannt) ist in Mitteleuropa ein wichtiges Element in der Logistikkette. Allerdings wächst das Sendungsvolumen nach Branchenangaben zurzeit schneller als die Ladekapazitäten. Das führt zu einer sehr hohen Auslastung der Wechselkoffer. Marktteilnehmer sprechen davon, dass der Markt „leergefegt“ ist,

obwohl die Vermieter Axis Intermodal, Mobilboxx und Seaco bereits ihre Flotten vergrößert haben. Nicht ohne Grund investiert der führende Wechselkoffer-Hersteller in seine Produkte. „Aufgrund der sehr positiven Marktnachfrage wird Krone die Produktionskapazität am Standort Herzlake deutlich hochfahren“, teilte das Unternehmen Ende Januar mit. In den kommenden eineinhalb Jahren soll der Produktionsausstoß in dem Werk im Emsland verdoppelt werden. Im vergangenen Dezember meldete Krone für das Geschäftsjahr 2017/2018 einen neuen Rekordumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.